Börsenpanne

Börsenpanne

Der Aktienmarkt in Indien hat Ende der Woche keine gute Figur gemacht. In der Nacht zum Freitag, den 5.10.12, ist der bekannte Aktienindex Nifty ins bodenlose gesunken. 16 Prozent gab er nach – und einige der darin gelisteten Titel sogar bis zu 20 Prozent. 14 % verloren allein die Aktien der State Bank of India.
Daraufhin wurde der Handel kurzzeitig unterbrochen. Ähnliche Börsenpannen gab es vor Kurzem in Tokio und New York.

Im Falle von Indien waren es rund 58 Milliarden Dollar, die kurzzeitig verschwunden waren, so die Nachrichtenagentur Bloomberg. Grund für das Chaos seien fast 60 fehlerhafte Aufträge. Als der Spuk vorbei war, lag der Index wieder bei 5.739 Punkten und damit nur wenig im Minus.

Ähnlich war es im Mai 2010 dem Dow Jones ergangen. Hier ging es damals um rund 860 Milliarden Euro. Da es nun öfter zu solchen Pannen zu kommen scheint, gerät der sogenannteHochfrequenzhandel unter Kritik. Experten warnen vor dem Risiko: Die Kauforders werden automatisch gegeben. So kommt es unter Umständen zu unheimlich vielen gleichen Aufträgen auf einmal – und die Kursschwankungen sind da.

Rund 40 % des Handelsvolumens allein in Deutschland sind Schätzungen zufolge durch solchen Turbo-Handel immer schneller geworden und damit auch anfälliger. Dabei geht es schließlich um beachtliche Summen. Allein bei Xetra an der deutschen Börse geht es jeden Tag bei den DAX-notierten Aktien um rund 3 Milliarden.

Die Inder schlussfolgern aus den Geschehnissen, dass das System nicht auf dem neuesten Stand sei. Bislang gibt es in Indien zwei große Börsen. Allein die National Stock Exchange of India kontrolliert mehr als 90 % der Derivate und rund drei Viertel der Aktien. Und es soll in Kürze noch ein dritter Mitbewerber auf den Markt kommen.

Die Kritik an dieser Art des Handels bleibt jedoch bestehen. Denn ob „höher, weiter, schneller“ nicht auch hier über kurz oder lang zu Problemen führen kann? …

Bildquelle: © Gerd Altmann / PIXELIO

 

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