Bringt auch die billigste Brille einen guten Durchblick?

Eine Brille ist längst nicht gleich einer Brille. Die Sehhilfen sind heute so detaillierte Kunstwerke, allein schon vom Standpunkt des Optikers her. Da spricht noch niemand vom Gestell. Und wie viele Tausende von Möglichkeiten es beim Aussehen noch gibt, ist wahrscheinlich ungezählt.

Wer eine solche Hilfe zum nahen oder fernen sehen braucht, und das womöglich zum ersten Mal in seinem Leben, steht schnell vor der Entscheidung, wo er sich am besten beraten lässt und wo er am preiswertesten kauft. Jedem bekannt sein dürfte Fielmann, die große Brillen-Kette, die überall Werbung macht. Diese suggeriert, dass man hier eine hochwertige Brille für wenig Geld bekommen, die sogenannten Kassengestelle inklusive, bei denen man gar nichts zuzahlen muss.

Inzwischen hat sich Fielmann zu der Optikerkette gemausert, die den besten Umsatz macht. Denn jeder Kunde glaubt, hier das preiswerteste zu finden, was es derzeit gibt. Schließlich würde sich Fielmann sonst nicht trauen, Werbung dieser Art zu machen: findet man die gleiche Brille innerhalb von 6 Wochen anderswo für weniger Geld, nimmt man die Brille zurück und erstattet den Kaufpreis.

Viele, die zu Fielmann gehen, waren zuvor weder beim Optiker um die Ecke, noch bei einer anderen Kette, wie beispielsweise Apollo. Testpersonen müssen feststellen, dass ein Vergleich gar nicht einfach ist. Denn die Preisgestaltung ist so manifestiert, dass es kaum möglich ist, für die eine oder andere Leistung einen bestimmten Betrag zu nennen. Apollo nennt das Ganz so: „Wir haben transparente Preise, ohne die immer explizit mitteilen zu müssen“. So kann man es auch ausdrücken.

Von den 48 Millionen Deutschen, die eine Brille brauchen, gibt es durchaus einige, denen es nicht aufs Geld ankommt. Im Schnitt zahlt man für eine Sehhilfe heute um die 340 Euro. Und diese Brille muss ungefähr nach 3 Jahren erneuert werden, weil die Sehkraft sich ändert.
Nun gibt es bei der Brille diverse Extras, und die kosten. So kommt es, dass man mitunter den Laden betritt um eine preiswerte Brille zu kaufen und kommt mit einer saftigen Rechnung wieder heraus. Meist kann man bei Fielmann über die Bedienung und den Sehtest nicht meckern. Es geht höflich zu und man nimmt sich Zeit, auch bei vollem Laden. Allerdings erfährt man ohne Nachfrage oft nichts von den günstigen Preisen, die beworben werden. Vielmehr rät man den Kunden zu teurer Markenware, die durchaus ein paar Hunderter kosten kann. Und da geht es erst mal nur um die Gläser.

Bei anderen Ketten, so stellt man schnell fest, ist der Service schlechter, aber es kann sein, dass man am Ende die gleiche Brille billiger bekommt. Selbst bei den kleinen Optikerläden ist es möglich, dass man günstiger wegkommt. Eine gute Maßnahme für die Gläser sind Angebote mit Fixpreis. Aber egal, wofür sich der Kunde entscheidet: der Vergleich lohnt auf alle Fälle. Und bei Preisen dieser Größenordnung sollte man die Zeit dafür unbedingt in Kauf nehmen.

Bildquelle:
© Gisela Peter / PIXELIO

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