Der gute Ruf der Sparkassen

Die Sparkasse ist oft schon für Kinder der Inbegriff einer Bank. Sie wird von Eltern und Großeltern geschätzt, liegt um die Ecke, und die dortige Angestellte wohnt im Haus neben an.

Aufgrund solcher Gepflogenheiten ist die Sparkasse für Millionen Deutsche das liebste Kind, wenn es um die Finanzen geht. 50 Millionen, um genau zu sein. Dabei kann man sagen, dass die Sparkassen mit niedrigen Zinsen und hohen Gebühren punkten, und auch die Fonds nicht gerade Erfolg versprechend sein. Dennoch ist das Vertrauen ist die Sparkasse von nebenan groß.

Selbst wenn die Bundesbürger den Wohnort wechseln und den Arbeitsplatz, ihrer Sparkasse bleiben sie oft treu. Zwar gibt es inzwischen nicht nur die Konkurrenz in der Stadt, sondern auch noch viele –meist sehr gute- Angebote von Online-Banken. Dennoch bleiben manche dabei – die Sparkasse ist die Beste.
In Umfragen stellte sich heraus, dass die Banken an sich nicht gerade vertrauenswürdig bei den Kunden dastehen. Eine Ausnahme ist die Sparkasse. Diese hat sich an den Fehlspekulationen der letzten Jahre nicht beteiligt, und das wird vom Kunden mit Vertrauen honoriert. Die Sparkassen sind sich ihrer Sonderrolle bewusst und fordern auch eine Freistellung bei der geplanten europäischen Bankenaufsicht.

Doch gerade in Zeiten knapper Kassen sollte kein Kunde Geld verschenken, auch nicht an die nette Sparkasse von nebenan. Und ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass viele andere Banken wesentlich bessere Angebote machen. Sei es der Überziehungskredit, der mit besonders hohen Zinsen von sich Reden macht oder auch die schlechten Konditionen beim Tagesgeld.

Dazu kommt, dass jede der Sparkassen eigene Werte festlegen kann. Und immerhin gibt es davon 423. Der Dachverband dieser Kassen äußert sich auch entsprechend: „Wir wollen und können nicht die günstigsten Anbieter sein. Aber wir haben das Ziel, unseren Kunden attraktive und faire Konditionen zu bieten“.
Wie fair 13,03 % für den Dispo sind, wenn eine vergleichbare günstige Bank 5,25 verlangt, möge jeder selbst entscheiden. Und die guten Angebote beim Tagesgeld liegen derzeit bei rund 2,5. Die Sparkasse bietet gerade mal 0,2 bis im höchsten Fall ein Prozent.

Die Sparkassen sprechen von Optimierungsbedarf. Das kann man so sagen. Denn entgegen den meisten anderen Banken gibt es bei der Sparkasse noch immer Kontoführungsgebühren, und das muss nun wirklich nicht sein. Aber irgendjemand muss die Glaspaläste in jeder noch so kleinen Stadt ja auch finanzieren. Und da punkten die Direktbanken auf alle Fälle. Deren Kosten sind dagegen so gering, dass sie durchaus mehr für die Einlagen der Kunden zahlen können.

Auch bei den Aktienfonds ist man mit der Sparkasse nicht unbedingt gut beraten. Denn der bevorzugt angebotene Fonds ist einer der Deka. Das liegt daran, dass dies die Fondgesellschaft der Sparkasse ist. Allerdings werden deren Produkte von Experten eher mittelmäßig beurteilt. Auf eine sehr gute Bewertung kamen gerade einmal 6 % der angebotenen Produkte.

Experimentierfreudig sind die Deutschen beim eigenen Geld nicht, auch wenn sie dafür allerhand sparen könnten. Daher wechseln sie nicht gern. Und das dichte Filialnetz ist auch angenehm. Allerdings sollte man dies überdenken, denn die Unterschiede können erheblich sein. Bei 10.000 Euro Tagesgeld macht der Unterschied immerhin 200 Euro in den Zinsen aus.

 

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