Der Konsum hat Konjunktur

Sparen bringt kaum Zinsen, die Angst vor Inflation geht um und Kredite kosten wenig – so ist es nicht verwunderlich, dass die Kunden den Konsum hoch halten.

Inzwischen gibt es Internetseiten wie 0-Finanzierungen.net, die sich mit zinslosen Krediten bei Konsumgütern beschäftigen. Und da ist das Angebot recht groß. Von Autos über Betten und Laptops bis zum Fernseher scheint man hier alles zu bekommen. Wer diese Möglichkeiten nicht nutzen möchte, kann auch den umgekehrten Weg gehen und sich lieber bei der Bank ein Darlehen holen. Dann kann man beim Händler erfahrungsgemäß mit dem Status des Barzahlers gute Rabatte erwirken. So beispielsweise bei Autos. Die Zinsen für Ratenkredite liegen momentan recht niedrig und lohnen daher bei der Bank. Für ein solches Darlehen auf 3 Jahre zahlt man momentan um die 6,5 %. Das ist recht wenig im Vergleich zu vorher.

Vor allem lohnt für die Kreditnehmer aber der Vergleich der Anbieter. Denn die Diskrepanz ist groß und die kann sich bei höheren Kreditsummen schnell auf ein paar hundert oder sogar tausend Euro summieren.

Da es in der Vergangenheit üblich geworden war, dass Banken mit Zinsen lockten, die dann kaum ein Kunde bekam, gab es hier eine gesetzliche Änderung. Diese besagt, dass der Zins, mit dem geworben wird, mindestens an zwei Drittel der Antragsteller ausgegeben wird. Aber auch hier haben die Banken einen Schlupfweg gefunden. Denn um diesem Gesetz genüge zu tun, muss zwar das angegebene Beispiel so herausgegeben werden, aber wenn sich Kreditsumme oder Laufzeit ändert, kann man ungeniert zuschlagen.

Auch sollte man sich vor Abschluss eines Kredites die Gebühren und eventuelle Rückzahlungsmöglichkeiten ansehen. Sonst wird schnell eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig oder auch die gesamte Gebühr – denn diese wird häufig gleich von der ersten Rate einbehalten.

Vom Dispo wird häufig abgeraten, da er meist teuer ist. Aber momentan ist auch dieser bei vielen Banken noch im Bereich des Machbaren. Außerdem ist die Flexibilität des Kredites ungeschlagen. Dennoch verlangen einige Bankhäuser nach wie vor über 10 %, manche sogar um 15%. Da die Habenzinsen momentan entsprechend des EZB-Leitzinses von einem dreiviertel Prozent im Keller sind, laufen Verbraucherschützer gegen diese Diskrepanz Amok. Die Politik soll eine Höchstgrenze festlegen, und diese soll um die 8 % liegen, so wird verlangt. Bisher wurde hier aber noch nichts entschieden. Der Begriff des „Wucher“ ist erst erreicht, wenn jemand mehr als das Doppelte des Durchschnitts verlangt, und das wären über 20%. Günstiger kommt man da mit den sehr ähnlichen Abrufkrediten, die die meisten Banken anbieten.

Eine viel genutzte Alternative sind Kreditkarten. Bei manchen wird das Konto –ähnlich EC- sofort belastet, bei anderen erst am Monatsende, was einem zinslosen Kredit über mehrere Tage entspricht. Aber manche Kreditkarten gehen richtig ins Geld, da sie automatisch einen Abrufkredit beanspruchen. Hier ist Vorsicht angesagt.

Bei allen Wünschen  sollte also nach wie vor bedacht werden, was man sich leisten kann. Wer die momentan günstigen Zinsen nutzt, weil das Guthaben für Sanierungen am Haus nicht reicht, investiert sicher gut. Allerdings sollte man deshalb nicht in Versuchung kommen, unnötige Käufe zu veranlassen.

 

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