Der lachende Bundesfinanzminister

Der lachende Bundesfinanzminister

Laut einem Bericht des Handelsblattes vom 25.9. spart der Bund 67 Milliarden Euro ein. Das liegt vor allem daran, dass sich Deutschland günstig Geld leihen kann. Denn Investoren kaufen Bundesanleihen.

Die Bundesregierung freut sich über diese unerwartete Zinsersparnis. Allerdings können sich die Euro-Krisenstaaten nur teures Geld leihen und so steht Irland auch ganz an der Spitze der größten Schuldenaufnehmer in der Zone mit dem Euro. Dicht gefolgt von Griechenland und Spanien, die bekanntermaßen mit Schwierigkeiten auf dem Sektor zu kämpfen haben.

Die Anleger, die gern sicher investieren wollen, stecken ihr Geld oft in die deutschen Staatsanleihen. Allerdings führte das zu geringen Zinsen. Ausbaden muss das derjenige, der in Deutschland spart. Und da die Renditen auf allen Gebieten schlecht dastehen, ist man im Moment in Deutschland als Kreditnehmer weitaus besser dran als auf Seite derer, die sparen.

Experten haben ausgerechnet, dass die Anleger im Land in den letzten Jahren Zinsverluste von rund 12 Milliarden Euro erlitten haben. Aber auch andere Verluste drohen den Bürgern, die oft gar nicht mit genannt werden. So beispielsweise bei der Auszahlung von Lebensversicherungen, Pensionskassen und weiteren Vorsorgeanlagen für das Alter.

Einzig positiver Effekt des Ganzen: die Nettokreditaufnahme der Bundesregierung ist stabil geblieben. Der Nachtragshaushalt für 2012 wird aktuell beschlossen und enthält mehrere Posten, die sich für die Bundesregierung aktuell ergeben haben.

So kann die eingesparte Summe für die Kinderbetreuung eingesetzt werden oder andere dringende Vorhaben. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nur um eine geringere als die geplante Neuverschuldung geht. Es ist noch lange keine Rede davon, dass die Bundesrepublik keine neuen Schulden mehr macht oder gar das Geld, das ausgegeben wird, tatsächlich vorhanden wäre.
Unternehmen oder Privatpersonen mit einem derartigen Finanzsystem würden Banken längst keinen Kredit mehr gewähren. Und so ist die Verlockung immer wieder groß, mehr auszugeben, als unbedingt nötig, da das Geld auf alle Fälle zur Verfügung gestellt wird.

Bildquelle: © Tony Hegewald / PIXELIO

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