Die EZB senkt die Leitzinsen erneut

Das niedrigste Zins-Niveau seit Einführung des Euro – so titeln die Medien. Hintergrund ist, dass die EZB die Konjunkturschwäche, von der die Euro-Zone gebeutelt wird, zum Anlass genommen hat, erneut die Zinsen zu senken. Bisher waren es magere 0,75 % gewesen, die der Leitzins noch bieten konnte. Nun ist es nur noch ein halbes Prozent.

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Die Zinssenkung zieht Verlierer und Gewinner nach sich, so viel ist klar. Die KfW lässt entsprechend verlauten, die EZB „denke europäisch“, soll heißen, die Entscheidung wird positiv aufgenommen. Die Krisenländer können sich reformieren; sie haben die Senkung des Leitzinses herbeigesehnt.

Naturgemäß finden die Banken und Versicherungen die Senkung negativ. Ebenso wie die Sparer sind sie Verlierer des Zinsabfalls. Denn viele Spareinlagen werden nun so gering verzinst, dass der Gewinn unter der Inflation liegt und somit der Wert der Guthaben sinkt.

Infolge dessen haben die Bürger das Interesse am Sparen verloren. Ein historischer Tiefststand an Sparern wurde im April erreicht. Die Bilanzen der Geldhäuser werden in Zukunft die Talfahrt des Zinses widerspiegeln. Ebenso Probleme mit der Zinssenkung haben die Lebensversicherungen und Pensionskassen. Denn die Bundesanleihen, die hier oft zur Anlage dienen, werfen kaum noch Rendite ab. Das Ergebnis sind niedrige Auszahlungen, die wiederum die Sparer belasten.

Diejenigen Banken in Europa, die momentan eher schlecht dastehen, haben allerdings Vorteile von der Zinssenkung. Denn man kann sich dank des niedrigen Satzes so einfach und billig verschulden wie noch nie. Der Aktienmarkt wird profitieren, denn je schlechter andere Anlageformen dastehen, um so eher greifen die Kunden nach Aktien.

Auch Baudarlehen sind derzeit günstig wie nie. Wer gerade eine Anschlussfinanzierung benötigt, steht gut da, denn die Finanzierungen mit 10jähriger Zinsfestschreibung liegen bei unter 2,5 %. Empfohlen werden den Kunden daher eine lange Zinsbindung und hohe Tilgungssätze. Allerdings gibt es für Immobilien auch eine Kehrseite: die Käufer müssen tief in die Tasche greifen und in bestimmten Gegenden werden die zur Verfügung stehenden Immobilien rar. Laut Bundesbank ist zwar nicht mit einer Immobilienblase zu rechnen, aber man beachtet die Entwicklung mit Argusaugen.

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© Rainer Sturm / PIXELIO

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