Erbschaftssteuer mit einem Trick vermeiden

Erbschaftssteuer mit einem Trick vermeiden

Fast jeder muss sich irgendwann einmal mit dem Thema Erbschaftssteuer befassen und sucht einen Weg diese zu umgehen. Da bei der Erbschaftssteuer Ende Oktober 2012 wahrscheinlich schärfere Regeln greifen sollen kann einbeliebter Trick zum Steuern sparen nicht mehr angewandt werden. Auf Betriebsvermögen müssen Erben derzeit evtl. keine Steuern bezahlen. Dadurch wird sichergestellt, dass Unternehmen nicht verkauft und Mitarbeiter nicht entlassen werden um die Erbschaftssteuer bezahlen zu können.

Bundesfinanzhof kritisiert die Rechtslage

Diese Begünstigung wird auch von vermögenden Privatpersonen genutzt, indem sie einfach eine gewerbliche Personengesellschaft gründen. Dieser werden dann hohe Beträge übertragen, die auf Firmenkonten als Tagesgeld oder Festgeld liegen. Da es sich bei diesen Geldern dann um Betriebsvermögen handelt, kann es unter Auflagen frei von der Erbschaftssteuer übertragen werden. Im vergangenen Jahr hat der Bundesfinanzhof diese Rechtslage kritisiert, die nun mit dem Jahressteuergesetz 2013 angepasst werden soll.

Vermögende Privatpersonen nutzen Schlupflöcher

Wer die Erbschaftssteuer noch umgehen will sollte nicht zu lange warten. Das Modell ist allerdings nur bei großem Vermögen rentabel, denn Kindern steht ohnehin ein Steuer-Freibetrag von 400.000 Euro und Ehegatten von 500.000 Euro zur Verfügung. Nur wenn diese Freibeträge ausgeschöpft sind lohnt sich die Mühe. Mit diesem Trick ist die steuerfreie Übertragung von Wertpapieren oder Immobilien nicht möglich. Die steuerfreie Übertragung ist in diesem Fall nur möglich, wenn eine gegründete GmbH eine Tochter-GmbH gründet und die Wertpapiere und Immobilien gegen eine Kaufpreisstundung verkauft.

… die es bald nicht mehr geben soll

Familienunternehmen können momentan noch günstig vererben. Da aber Millionenerbschaften durch die Schlupflöcher im Steuerrecht verschoben werden soll diese Lücke geschlossen werden. Ausnahmeregelungen soll es ab 2013 nicht mehr geben aber darüber muss erst einmal das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Bevor das nicht geschehen ist können vermögende Menschen weiterhin eine GmbH gründen um hohe Beträge steuerfrei zu übertragen.

Teures Erbe im Ausland

Teuer wird eine Erbschaft, wenn Besitz im Ausland hinterlassen wird. Innerhalb der Europäischen Union ist das Erbschaftsrecht nicht einheitlich geregelt, sodass die Erben mitunter im Ausland und in Deutschland Erbschaftssteuer bezahlen müssen. In drei Jahren soll es nach dem deutschen Vorbild ein neues EU-Erbrecht geben. Um dieses Vorhaben durchzusetzen müssen alle EU-Regierungen zustimmen. Es wird angenommen, dass in der EU jedes Jahr über 120 Mrd. Euro vererbt. Alljährlich beschäftigen sich Anwälte und Gerichte mit grenzüberschreitenden Erbschaften. Das neue EU-Erbrecht lässt den Hinterbliebenen mehr vom Erbe übrig, die Abwicklung der Erbschaft ist einfacher und es dauert nicht mehr so lange bis der Erbschein ausgestellt wird.
Bildquelle: uschi dreiucker / pixelio.de

 

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