Experten wahnen vor einer gigantischen Immobilienblase

Seit die Geldanlagen eher eine unrühmliche Art der Geldentwertung geworden sind, da die Zinsen zum Teil unter der Inflation liegen, flüchten sich immer mehr Bundesbürger in die eigene Immobilie. Dies scheint die einzig sichere Wertanlage zu sein. Zumal sie auch noch die perfekte Alterssicherung darstellt. Hinzu kommt, dass aufgrund der geringen Zinsen Baugelder so günstig wie noch nie zu haben sind. Wer jetzt eine Finanzierung beginnt, kann weit höhere Beträge in die Tilgung stecken, als mit gleicher Rate noch vor ein paar Jahren.

Jedoch warnt die Bundesbank nun vor einer Immobilienmarktblase. Denn aufgrund der erhöhten Nachfrage haben sich die Preise bereits stark nach oben bewegt. Die Bundesbank hat aktuell ihren Finanzstabilitätsbericht für 2012 vorgelegt. Darin wird vor Preisübertreibungen gewarnt. Bis fast 10 % geht die Teuerung für Grundstücke, Wohnungen, Häuser und Neubauten. Die Bundesbank gibt zu bedenken, dass in anderen Ländern bereits niedrige Zinsen und hohe Liquidität zu Übertreibungen am Immobilienmarkt geführt hätten. Vor allem in den deutschen Ballungszentren sei damit zu rechnen, dass die Finanzstabilität leidet.

Ein Nebeneffekt: die Kreditnachfrage steigt. Auch die jährlich ausgerechnete Verschuldung der Privathaushalte wird so anwachsen. Im Vergleich mit anderen Ländern kommt dem deutschen Immobilienmarkt eine Sonderstellung zu. Von 1999 bis 2008 stagnierten die Preise weitestgehend; statt dessen zogen sie in Spanien oder Irland deutlich an. Nun geht die Fahrt in den meisten Ländern der EU wieder nach unten, nur in Deutschland nach oben.

Die Teuerungen beziehen sich allerdings zum größten Teil auf die Ballungszentren und großen Städte. Im ländlichen Raum stagniert der Wertzuwachs in weiten Teilen. Wer sich in dieser Hinsicht verändern will, der sollte darauf achten, mit welchem Immobilienmakler er zu tun hat. Denn in der Branche gibt es viele schwarze Schafe ohne fundierte Ausbildung und Ahnung von der Wertermittlung. Außerdem wird gern zugunsten der Provision getrickst.

Prinzipiell ist gegen diese Art der Geldanlage nichts einzuwenden. Aber man sollte die Finanzierung auf sicheren Füßen stehen haben. Denn so günstig die Kredite im Moment auch scheinen: irgendwann ist die Zinsbindung vorbei (meist nach 10 Jahren) und dann ist damit zu rechnen, dass auch die Billigzinsphase vorbei sein wird. Dann fällt die Rate deutlich höher aus als jetzt, und dann ist die Frage, wie der Rest bezahlt werden soll. Also sollte man immer realistisch bleiben und sich nicht von den niedrigen Zinsen beeindrucken lassen.

Bildquelle:© H.D. Volz / PIXELIO

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