Kommen unbezahlbare Mieten auf uns zu?

Diese Frage ist leider berechtigt. Denn nicht nur die Preise fürs Bauen und für Immobilien sind angezogen aufgrund der hohen Nachfrage. Auch die Mieten steigen immer weiter und in manchen Ballungsgebieten und großen Städten liegen sie bereits jenseits von Gut und Böse.

Dass Studenten oder Azubis auf der Suche nach billigem Wohnraum mitunter Schwierigkeiten haben, ist nicht neu. Aber so langsam greift das Problem auf die Mittelschicht über, die ebenfalls kaum mehr bezahlbaren Wohnraum findet. Ein Grund für die steigenden Mieten sind natürlich die gekletterten Immobilienpreise, die auf die Mieter umgelegt werden. Zum anderen steigen die Modernisierungskosten. Die Energiepreise steigen und wer billig Baugeld leihen kann, der saniert auch mal etwas schneller als nötigt. Die Kosten dafür entfallen dann ebenfalls teilweise auf die Miete.

Die damit gestiegenen Vermögenswerte freuen die Eigentümer, das ist klar. Doch für die Mieter wird die Luft eng, denn schon jetzt müssen manche bis zu zwei Drittel ihres Einkommens für die Miete hinlegen. In begehrten Lagen und Großstädten steigen die Mieten rasant. Im zweistelligen Prozentbereich, so muss festgestellt werden, ist eine Steigerung keine Seltenheit mehr. München und Frankfurt sind Beispiele, wie innerhalb der letzten 5 Jahre 13 % mehr verlangt wurden.

So bleibt es nicht aus, dass vor allem billiger Wohnraum gesucht wird. Jeder Vierte in Deutschland ist bereits auf der Suche nach einer preisgünstigeren Wohnung als der, die er momentan bewohnt. Zwei Drittel der Befragten gaben an, ein Einkommen zwischen 1.500 und 2.500 Euro monatlich netto zu haben. Das sind also keineswegs die Armen im Land.

Kommen unverhofft Mieterhöhungen ist Haus, ist das für Viele das Ende der Fahnenstange und sie müssen sich eine andere Wohnung suchen. Mietpreiserhöhungen bei bestehenden Verträgen sind zwar geringer als bei Neuverträgen, aber dennoch wird auch hier kräftig zugelangt.

In puncto Energiewende sind die Mieter nicht gerade gut dran. Denn wenn der Vermieter eine solche Maßnahme ergreift, beispielsweise Fenster ersetzt oder die Wände dämmt, darf der Mieter die Mietzahlung nicht wegen der Bauarbeiten kürzen, muss aber in Kauf nehmen, dass 11 % dieser Modernisierungskosten auf seine Miete aufgeschlagen werden. Da dürfte die Energieersparnis, die er angeblich dadurch hat, geringer ausfallen, als die Kosten, die auf ihn zukommen.
In Regionen wie Stuttgart oder Köln ist der Wohnraum knapp, und das befähigt Vermieter, bei der Miete ordentlich zu verlangen.

Bildquelle: © Jens Märker / PIXELIO

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