Überschuldete Haushalte in Deutschland

Viele Gründe können zu Schulden führen. Bei Leuten mit geringem Bildungsabschluss ist es nicht selten der Umgang mit dem Geld, an dem es hapert. Aber es gibt auch hoch qualifizierte Leute, denen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder sonstige Lebensschläge zwischen ihre sorgsam geplanten Finanzen gekommen sind.

Neuesten Erhebungen zufolge wird das Problem in Deutschland immer größer. Rund jeder Zehnte im Land steckt in schweren finanziellen Schwierigkeiten. Etwa 6,6 Millionen Privatpersonen gelten als überschuldet. Und die Zahl steigt an: gegenüber dem Vorjahr um fast 3 Prozent. Vor allem geht es dabei um junge Leute zwischen 21 und 30. Haben diese nicht gelernt, mit Geld umzugehen? Oder wo liegt der Kern des Problems? Die heutigen Jugendlichen haben nicht mehr das Problem von vor 10 oder15 Jahren, dass Sie keinen Ausbildungsplatz bekommen. Im Gegenteil, es sind jede Menge unbesetzter Lehrstellen zu verzeichnen. Sie haben also die Chance auf ein geregeltes Einkommen. Woran liegt es dann? Natürlich kann man in diesem Alter keine finanziellen Polster geschaffen haben, wenn es Notfälle gibt, und Familiengründungen oder Haus/Wohnung kosten Geld. Aber das war immer so.

Als besonders verschuldet gelten Berlin und Bremen, sowie Sachsen-Anhalt. Weniger Schuldner wohnen in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Bei einer Trennung der Geschlechter stellt man fest, dass Männer eher Schulden machen als Frauen.

Als häufigste Gründe werden Krankheit, Trennung, Arbeitslosigkeit und Scheidung angegeben. Aber auch Immobilienfinanzierungen, gescheiterte Unternehmensgründungen und falsches Konsumverhalten. Die Ausbreitung des Niedriglohnes tut natürlich ein Übriges. Schulden haben diejenigen nicht nur bei Banken in Form von Krediten, sondern auch bei Versandhäusern, Versicherungen oder dem Vermieter. Auch Energieversorger und Telefongesellschaften sind betroffen.

Nicht alle gehen den konsequenten Weg der Privatinsolvenz. Denn dies ist eine staatlich gebaute Brücke, um Verbrauchern und Existenzgründern einen Neustart zu ermöglichen. Aktuell liegt die Zeit, in der man sich entsprechenden Regeln unterwerfen muss, bei 6 Jahren, wobei eine Verkürzung auf 3 möglich ist. Diese Halbierung der Zeit ist möglich, wenn der Schuldner in dieser Frist ein Viertel der geforderten Summen plus Verfahrenskosten aufbringen kann. Nach 5 Jahren kann man restschuldbefreit werden, wenn der Schuldner die Verfahrenskosten begleichen kann. Die Politik hat diese Möglichkeiten geschaffen, damit diejenigen einen Anreiz haben, in möglichst kurzer Zeit viel zu zahlen.

Im Jahr 11 gingen mehr als 100.000 Verbraucher in die Pleite. Um das Verfahren zu beginnen, muss man sich an eine Schuldnerberatung oder einen Anwalt bzw. Steuerberater wenden. Diese können das Verfahren beim zuständigen Gericht beantragen.

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