Unbestechliche Automaten?

Inzwischen ist es ein paar Jahrzehnte her, dass jeder von uns zum ersten Mal vor einem Automaten stand. Ob beim Geldabheben oder Fahrkarte kaufen – sie waren auf einmal da und ersetzten die nette Dame hinter dem Schalter.

Inzwischen hat man sich daran gewöhnt, dass vieles einfacher geht durch diese Technik – aber oft auch Probleme dadurch entstehen, dass man nicht mehr mit einem Menschen kommuniziert, sondern nur noch von Automaten bedient wird.

Und es dauerte auch nicht lang, waren die ersten Manipulationen im Gange und die ersten Betrügereien. Die Nutzer fragten sich alsbald, wie sicher solche Automaten sind und wie man verhindern kann, dass Langfinger auf einmal Zugriff zum Konto haben oder ähnlich krumme Sachen laufen.

Das Neueste, um dieses zu verhindern, sind die Anti-Skimming-Module, die nun die ersten Erfolge zeigen. Zumindest sagt das die Statistik, die feststellen konnte, dass die Manipulation an Geldautomaten im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent rückläufig war.
Wie die Kripo sicher ist, liegt dieser enorme Rückgang eben an diesen Modulen, die verstärkt zum Einsatz kamen.

Die Skimming-Angriffe hatten einen Schaden von rund 35 Millionen Euro allein 2011angerichtet. Dabei waren Geldautomaten und Fahrkarten- sowie Tankautomaten gleichermaßen betroffen.
Die Täter gehen dabei weitestgehend gleich vor. Sie installieren Geräte, die sogenannten Skimmer, die die Kartendaten ausspionieren können. Dazu gehören kleine Kameras, die die Tastatur und damit die Geheimzahlen registrieren. Sie Artikel auf Welt.de

Nun hat man es diesen Betrügern schwerer gemacht, denn die neu eingeführte Chiptechnologie verhindert diese Vorgehensweise im Großen und Ganzen. Aber schon heute kann man damit rechnen, dass auch der technische Fortschritt bei den Kriminellen nicht aufzuhalten ist. Sie werden neue Methoden erfinden und auch hier muss erst einmal ein „Gegenmittel“ gefunden werden.
Zu loben ist außerdem, dass die Kartensperren, die erfolgen mussten, aktuell viel schneller greifen, als noch vor einigen Jahren. Denn auch dies hat dazu beigetragen, dass der Schaden vergleichsweise gering ausgefallen ist.

Manche der Skimming-Täter wurden auch geschnappt, obwohl dies verhältnismäßig schwierig ist. So konnte unlängst ein Bulgare verhaftet werden, der rund eine Million von den Konten der Hannoverschen Volksbank erschlichen hatte. Mit raffinierter Technik war es ihm gelungen, die Daten der Kunden auszuspähen und deren Konten leer zu räumen. Die Abbuchungen erfolgten aus weiter Ferne: Trinidad und Peru waren unter anderem die Orte, an denen die Kunden angeblich bezahlt hatten. Nun muss er sich vor dem Landgericht Hannover der Verantwortung stellen.

Die Automaten, auch „stählerne Kassierer“ genannt, sind richtige Alleskönner in Form eines Computers. Kunden, die hier Geld abheben wollen, weisen sich mit ihrer EC-Karte aus. Erst wenn diese vom Automaten überprüft wurde, kann der Kunde seine PIN eingeben. Auch diese wird auf kompliziertem Wege überprüft und erst dann kann der Kunde seinen Wunschbetrag antippen. Das geht alles in Sekundenschnelle und derjenige, der am Automaten steht, bekommt davon in aller Regel gar nichts mit.
Manche Betrüger versuchten, dem Geldautomat zu unterstellen, er habe das Geld nicht ausgegeben, sondern zu schnell zurückgezogen. Aber die Automaten werden überwacht und solch eine Vermutung kann schnell ausgeschlossen werden.

Die weitaus geschicktere Betrügermasche des Skimming ist vor allem dann günstig zu betreiben, wenn die hergestellten Doubletten im Ausland benutzt werden. Denn die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Automaten machen es den Betrügern schwer. Die Karten so zu kopieren, dass sie hiesigen Automaten standhalten ist, schwierig und teuer.