Weltspartag – heute werden die Sparschweinchen geleert

Heute ist Weltspartag und wie jedes Jahr werden wieder unzählige deutsche Bürger aller Altersklassen ihr Erspartes zur Bank bringen. Sie reihen sich in die Schlange der wartenden Sparer ein und wenn sie dann endlich am Schalter angekommen sind übergeben sie den Inhalt des Sparschweins dem Bankangestellten. Dieser zählt das Ersparte, trägt es in das Sparbuch ein und übergibt dieses zusammen mit einem kleinen Präsent dem Sparer. Die kleinen Plüschtiere und anderen Dinge die als Werbegeschenke verteilt werden sind mindestens genauso begehrt wie die Knax-Hefte. Die Sparer lassen ihre Sparschweinchen oder –dosen extra am Weltspartag leeren um ein Werbegeschenk zu bekommen. An jedem anderen Tag könnten sie es viel entspannter leeren lassen, aber der Weltspartag ist in Deutschland für viele Menschen noch immer eine feste Institution.

Es war einmal – attraktive Zinsen für Sparer

Seit 1924 gibt es den Weltspartag, an dem der Gedanke des Sparens gefeiert wird. Es gab Zeiten da hat sich das Sparen gelohnt, denn da haben die Banken noch attraktive Zinsen bezahlt. In der aktuellen Niedrigzinsphase lohnt sich das Sparen keineswegs, im Gegenteil. Die Zinsen sind so niedrig, dass die Inflationsrate nicht ausgeglichen wird. Das gute alte Sparbuch sowie die Tages- und Festgeldanlage haben sich zu Geldfressern entwickelt. Realistisch gesehen verlieren die Sparer Geld, wenn sie es zur Bank bringen. Das ist auch bei der Lebensversicherung der Fall. Versicherte sparen zum Teil ein Leben lang, damit sie die Rentenzeit ohne finanzielle Sorgen genießen können, aber die Erträge die eine Lebensversicherung erwirtschaftet können derzeit mit der Inflation nicht Schritt halten. Die Folge ist eine negative Realrendite und nicht der erhoffte positive Zinseszinseffekt.

Erspartes verliert seinen Wert

Die meisten Sparer tappen im Dunkeln und wissen nicht dass ihr Erspartes an Wert verliert. Langfristig werden die Inflationsrisiken zunehmen, dann ist das Ersparte noch weniger Wert und die Kaufkraft wird erheblich reduziert. Für Menschen die Geld gespart haben ist das fatal, für alle die Schulden haben hingegen von Vorteil. Die Inflationsrisiken nehmen zu, weil weltweit zu viel Kapital zirkuliert. Dafür verantwortlich sind die zahlreichen Zinssenkungen, Liquiditätsspritzen und Anleihekäufe. Letztendlich wird nur der Staat von der unverzinsten Inflation profitieren. Die nominalen Steuereinnahmen werden durch die Inflation erhöht und der reale Wert der Staatsschulden wird reduziert. Bei der Anschlussfinanzierung von laufenden Verbindlichkeiten profitiert der Staat von niedrigeren Refinanzierungskosten.

Eine Alternative zu Tagesgeld & Co.

Mit jedem Euro der von den deutschen Bürgern gespart wird profitiert der Staat, denn der kann seine Schulden schneller abbauen. Wahrscheinlich muss sich auch die nächste Generation noch am Schuldenabbau beteiligen. Sparen für den finanziell sorgenfreien Ruhestand ist heutzutage für die meisten deutschen Bürger unmöglich, zumindest nicht mit Sparprodukten wie Tagesgeld. Mit Wertpapieren stehen die Chancen auf ein kleines Vermögen für die Rentenzeit wesentlich besser. Wer bereit ist ein höheres Risiko einzugehen und in dividendenstarke Konzerne investiert kann ansehnliche Gewinne erwirtschaften aber auch hier fließt ein Teil in das Staatssäckel, seit die Abgeltungssteuer eingeführt wurde und die Freibeträge gesenkt wurden.

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