Wenig Interesse am Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld war in den Schlagzeilen, das hin und her hat jeder mitbekommen, ob es ihn betrifft oder nicht. Das Interesse, so melden manche Städte, sei mau. Warum?

Eltern, die ihre Kinder zu Hause behalten, statt in den Kindergarten zu bringen, sollen eine Prämie erhalten. Viele sind der Meinung, dass die„Herdprämie“ das falsche Signal ist. Denn den Kindern wird es dadurch vorenthalten, mit anderen Kindern heranzuwachsen und voneinander zu lernen.

Beispiel Niedersachsen: die Landeshauptstadt meldet bis jetzt zwei Anträge, Braunschweig ganze neun. Manche behaupten, dass dies dran liege, dass die Antragsformulare spät veröffentlicht worden seien. In Bremen gab es ebenfalls nur wenige Anträge, von denen ein Viertel abgelehnt worden seien, weil die Kinder zu alt sind.

Kritiker bemängeln seit Längerem, dass dies falsche Signale, vor allem für bildungsferne Familien, seien. Das von der CSU durchgesetzte Betreuungsgeld wird im ganzen Land nicht allzu häufig angenommen. Spitzenreiter ist noch Bayern, das nach einer umfangreichen (und sicher nicht billigen) Infokampagne 500 Anträge vorweisen könne. Das Geld wäre lieber in vernünftige und hochwertige Kindergärten investiert worden…

Ab ersten August bekommen alle Eltern, die für Kinder bis zwei Jahre keinen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen, einhundert Euro, später sogar 50 Euro mehr. Zwar gibt es ab diesem Zeitpunkt das verbriefte Recht auf einen Kindertagesstättenplatz, aber man kann – und muss diesen nicht in Anspruch nehmen. Der Bürokratieaufwand ist enorm. Auch das war ein Kritikpunkt gewesen.

Die Bundeländer, die gegen diese Regelung waren, begnügen sich verständlicherweise darauf, ihre Pflicht zu tun, rühren aber nicht auch noch die Werbetrommel dafür. Andere Bundesländer verschicken an betroffene Familien fertig ausgefüllte Anträge, die fast nur noch unterschrieben werden müssen.

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