Wie wir alle den Euro retten…

Dass es uns alle Geld kostet, die ungeliebte Gemeinschaftswährung zu retten, haben inzwischen alle gemerkt. Und so vehement die Politik dies auch bestreitet – wer die entsprechenden Nachrichten verfolgt, kommt nicht umhin, genau das festzustellen. Wie man am Beispiel Zypern sieht, ist in der Euro-Krise alles möglich. Die Staaten kennen viele Wege, um an Geld zu kommen. Es werden immer neue Möglichkeiten erfunden, Geld zu transferieren. Und zwar von denen, die finanzielle Mittel besitzen, hin zu jenen, die Schulden haben. Also Staat und Banken.

Mehrfach ist zu belegen, dass die Politiker diesbezüglich ihr Wort schneller brachen, als es bei allen angekommen war. Beispielsweise sagte Bundeskanzlerin Merkel im März 2010, dass keine Griechenlandhilfe auf dem Plan stünde, während nur vier Wochen später das erste Griechenlandpaket auf die Reise geht.

Innerhalb der EU seien Ersparnisse bis zu 100.000 Euro sicher, so hörte man vor nicht allzu langer Zeit. Doch in Zypern war es knapp mit dieser Zusage. Dass nur Sparer über diesem Höchstsatz an der Bankenrettung beteiligt waren, ist das Ergebnis mehrerer Proteste. Zunächst war geplant, auch Kleinsparer zu beteiligen. Nun wird die Politik der EU nicht müde zu betonen, dass Zypern ein Einzelfall bleibt. Die anderen Staaten würden es nicht vorhaben, die Reichen zu „enteignen“. Kritiker halten aber alles für möglich, auch eine Ausweitung dieser Maßnahme. Zwar ist es mehr als unwahrscheinlich, dass es in Deutschland zu solchen Aktionen kommen könnte, aber dennoch werden die Sparer auf andere Art und Weise beteiligt werden. So zum Beispiel durch höhere Steuern oder eine höhere Inflation.

Zugunsten des Euro nehmen die Deutschen seit Jahren in Kauf, dass der Wert der Guthaben sinkt. Denn während die Inflation mit 1,5 % momentan recht niedrig ausfällt, aber die Zinsen für Lebensversicherungen, Festgeld- und Tagesgeldkonten sowie Sparbücher liegen noch darunter. Was nach der Bundestagswahl kommt, ist momentan nicht zu sagen. Sie SPD beispielsweise will die Abgeltungssteuer von momentan 25 % auf 30 % erhöhen. Die Einkommenssteuer soll dagegen gesenkt werden. Außerdem wird diskutiert, die Vermögenssteuer wieder einzuführen. Dabei wird alles berücksichtigt, was über einem gewissen Freibetrag liegt – von Edelmetallen über Immobilien bis zu Firmenanteilen und allem anderem, was zum Vermögen zählt. Die Einkünfte würden in die Haushalte der Länder fließen.

Außerdem sind Reformen bei der Einkommenssteuer im Gespräch und eine Sondersteuer für Immobilien. Die Grundsteuer in Deutschland ist relativ niedrig, aber diese soll angehoben werden. Und dies träfe auch Mieter, denn die Grundsteuer darf umgelegt werden. Selbst Gold könnte besteuert oder sogar deren Besitz verboten werden. Bereits 2012 hat das Institut für Wirtschaftsforschung vorgeschlagen, Vermögende sollten zum Kauf zu Staatsanleihen gezwungen werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Pensionsfonds anzuzapfen, die durch private Rentenvorsorge der Bürger entstehen. Argentinien machte es vor. Wäre die Verstaatlichung der Pensionskassen auch in anderen Staaten denkbar?

Welche der Möglichkeiten auch in Deutschland auf den Tisch kommen, sei dahingestellt. Man kann nur hoffen, dass die Sparer und andere Bürger im Land nicht immer mehr an der Rettung des Euro beteiligt werden. Zumal der Ausgang des Experimentes ungewiss ist.

Bildquelle:
© Rosel Eckstein / PIXELIO

Keine Kommentare mehr möglich.