Wohn-Riester – Altersvorsorge die sich lohnt?

Wohn-Riester – Altersvorsorge die sich lohnt?

Riester ist zum Inbegriff der staatsgestützten Rente geworden. Von vielen schnell abgeschlossen und von anderen gänzlich abgelehnt, hat sich in den letzten Jahren einiges getan in der Welt der Altersvorsorge-Möglichkeiten.

Aktuell hat das Bundeskabinett neue Regelungen für den Wohn-Riester ins Rennen geschickt. Diese beinhaltet vor allem die Förderung von Immobilien. Angeblich rechnet sich der sogenannte „Wohn-Riester“ nun noch mehr. Was ist dran?
Noch gilt nicht, was heute beschlossen wurde, denn Bundestag und Bundesrat müssen in den nächsten Monaten erst noch zustimmen. Im Bundeskabinett gab es dabei seltene Einigkeit, als es darum ging, die Altersvorsorge transparenter zu machen. Die Anbieter sollen verpflichtet werden, Renditeaussichten, Kosten und vor allem auch das Risiko der Anlage deutlich zu machen, und zwar auf dem Papier.

Aber was zunächst positiv klingt, wird auch schon alsbald wieder kritisiert. Beispielsweise lies Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz verlauten: „das Herumdoktern an den Symptomen von Fehlberatung und Provisionsschneiderei hat nicht den geringsten Nutzen für die Verbraucher“. Er favorisiert eine Lösung, bei der die Verbraucher wirklich eine Alternative haben und diese auch noch kostengünstig nutzen können.

Viele Experten sind der Meinung, dass die Riester-Vorsorge keine wirklich nutzbringende Angelegenheit ist. Es heißt zum Teil, die Riester-Rente wäre eine Fehlentscheidung gewesen und die Produkte wären es nicht wert, gefördert zu werden.

Nachdem es das Angebot jetzt rund 10 Jahre gibt, sind viele längst nicht mehr so begeistert wie am Anfang. Die Sparer sind vorsichtiger mit entsprechenden Abschlüssen geworden und die Neuabschlüsse legen längst nicht mehr in dem Maße zu wie zu Beginn. Nur die Wohn-Riester-Verträge sind beliebt.

So gibt es Beispielrechnungen, die besagen, dass eine Finanzierung des Eigenheims von rund 250.000 Euro für eine Familie Einsparungen von rund 30.000 Euro bringen kann, wenn der Wohn-Riester genutzt wird.
Die Einsparung kommt zum einen durch den Zinseszinseffekt, weil Sparrate und Zulage in die Tilgung gesteckt werden. Vor allem diejenigen, die gut verdienen, können auch gut vom Wohn-Riester profitieren. Denn der förderfähige Höchstbetrag, der immerhin 2.100 Euro beträgt, kann von der Steuer abgesetzt werden und erhöht somit das reale Einkommen.

Wird der heutige Gesetzentwurf tatsächlich angenommen, verringert sich die Steuerlast der Wohn-Riester-Kunden noch weiter. Auch Geringverdiener können von Wohn-Riester profitieren. Beim gleichen Beispiel (Finanzierung 250.000 Euro) liegen Geringverdiener mit einem Kind immerhin noch bei einer Ersparnis von rund 16.000 Euro.
Wohn-Riester ist vor allem für diejenigen von Vorteil, die viele Kinder haben. Denn die Zulagen werden pro Kind gezahlt und das bedeutet immerhin für jedes bis 2007 geborene Kind eine jährliche Zulage von 185 Euro. Danach sind es sogar 300 Euro. Das wirkt sich auf lange Sicht enorm aus. Insgesamt kann gesagt werden, dass sich der Wohn-Riester immer lohnt. Aber besonders profitieren diejenigen, die besonders gut oder besonders schlecht verdienen sowie Kinderreiche. Es wäre also schön, wenn die nächsten Änderungen mal etwas für die große Mittelschicht einbringen würden.

Experten streiten: die eine Meinung findet es gar nicht gut, dass die Riester-Förderung im Zusammenhang mit dem Eigenheim besser gestellt wird als die anderen Riester-Verträge, da sie keine zusätzliche Rente einbringen würde. Die anderen sagen, dass der Wohn-Riester die beste Altersvorsorge –das Eigenheim- unterstützt, wäre sehr gut, denn schließlich wäre Wohneigentum die einzige Altersvorsorge, von der man ein Leben lang etwas hat.

Bildquelle: © Rolf / PIXELIO

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